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JENOPTIK AG zum Geschäftsjahr 1998

Trotz Problemen im Unternehmensbereich Telecommunications bleibt das betriebliche Ergebnis für 1998 im Rahmen der Erwartungen. Für das Geschäftsjahr 1998 zahlt die Jenoptik AG erstmals eine Dividende an ihre Aktionäre.

Die Jenoptik AG, Jena, rechnet für das laufende Geschäftsjahr 1998 mit einem Betriebsergebnis, das im Rahmen der Erwartungen liegt. Wie das Unternehmen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Jena mitteilte, erwartet es ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das den Planungen beim Börsengang entspricht. Darin enthalten sind bereits die Kosten des Börsengangs in Höhe von 18 Millionen Mark. Am Umsatzziel von rund drei Milliarden DM wird ebenfalls wie bisher festgehalten. Eine detaillierte Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr gab Jenoptik-Chef Lothar Späth mit dem Hinweis, daß Großaufträge im Unternehmensbereich Clean Systems Technologies erst im Dezember abgerechnet werden, nicht ab.

"Wir haben Probleme, wo wir sie nicht erwartet haben und fast keine Probleme dort, wo wir sie erwartet hatten", sagte Späth. Im Unternehmensbereich Clean Systems, wo jeder aufgrund der Asien- und Halbleiterkrise mit einem Einbruch gerechnet hätte, sei die Entwicklung stabil geblieben. "Im Anlagenbau sind wir von den Krisen verschont geblieben, das Ergebnis im Unternehmensbereich Clean Systems kommt so wie vorgesehen." Lediglich das kleinste Geschäftsfeld Cleanroom Automation sei von der Halbleiterkrise betroffen.

Der Unternehmensbereich Photonics Technologies wird voraussichtlich ein etwas besseres Ergebnis erreichen als bisher erwartet. Gegenüber dem Geschäftsjahr 1997 wird sich das Betriebsergebnis deutlich verbessern. Dafür gebe es aber Schwierigkeiten im Unternehmensbereich Telecommunications Technologies, da "wo wir sie in dem Maße nicht erwartet hatten". Zurückzuführen sei dies vor allem auf drei Gründe: Die hohen Vorleistungen im Geschäftsfeld Wireless Local Loop (WLL), Währungsverluste aufgrund der Asien- und Rußlandkrise sowie die rückläufige Inlandsnachfrage. Deshalb werde das Ergebnis in diesem Unternehmensbereich negativ ausfallen. "Wir rechnen mit einem zweistelligen Jahresfehlbetrag", sagte Späth. Besonders hart getroffen wurde dabei das Geschäftsfeld WLL. Auf die Risikofaktoren in diesem Geschäftsfeld sei allerdings schon im Börsenprospekt hingewiesen worden. Die in den vergangenen Wochen und Monaten eingegangenen Großaufträge aus Argentinien und den Philippinen werden zu 90 Prozent erst im nächsten Jahr abgerufen und abgerechnet. "Wir haben einige Meilensteine erreicht, die für dieses Jahr allerdings um zwei Monate zu spät kamen", sagte Späth.

Weiter belastet wird das Ergebnis des Unternehmensbereiches Telecommunications außerdem durch die Krisen in Asien und Rußland, die aufgrund des hohen Exportanteils von über 80 Prozent am Gesamtumsatz im Unternehmensbereich Telecommunications Auswirkungen zeigen. Infolge der Abwertung der indonesischen Rupiah ist ein Währungsverlust in Höhe von fünf Millionen Mark angefallen.

Die Wirtschaftskrise in Rußland hat dazu geführt, daß hier voraussichtlich ein Währungsverlust von drei Millionen Mark entstehen wird. Späth wies daraufhin, daß es sich hierbei um Translationsverluste handele, die durch die Umrechnung von Vermögenswerten aus einheimischen Währungen in DM entstanden seien, die aber keine operativen Verluste im eigentlichen Sinne darstellen.

Durch die zurückhaltende Investitionstätigkeit im Inland ist außerdem das Ergebnis im Geschäftsfeld Öffentliche Netze beeinträchtigt worden. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den harten Preiskampf auf dem Telekommunikationsmarkt.

Späth sagte, das im Juli beschlossene und eingeleitete Produktivitätssteigerungs- und Kostensenkungsprogramm bei der Krone AG werde zügig umgesetzt und sei schon weit vorangeschritten. Der damit verbundene Einmalaufwand wird in der Gewinn- und Verlustrechnung 1998 voll berücksichtigt. Die Verluste im Unternehmensbereich Telecommunications werden im wesentlichen durch sonstige betriebliche Erträge aus dem Asset Management ausgeglichen. Die Ergebnisverbesserung werde aber erst im nächsten Jahr zu Buche schlagen. Von dem Programm, das 30 Millionen Mark kostet, erwartet Späth Einspareffekte von deutlich mehr als zehn Millionen Mark pro Jahr.

In den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehört die Straffung des weltweiten Produktionsverbundes sowie die verstärkte Marktbearbeitung im Geschäftsfeld Private Netze, der deutlich bessere Wachstumsraten aufweist als der Markt für öffentliche Netze.

Das Jahr 1999 werde kein einfaches Jahr, weil die weitere Marktentwicklung im Halbleiter- und Telekommunikationssektor noch nicht endgültig einzuschätzen sei, sagte Späth abschließend. Er sei zuversichtlich, daß der Unternehmensbereich Clean Systems 1999 den endgültigen Durchbruch im Pharmazie- und Biotechnologiebereich schaffe. Außerdem werden die jungen und innovativen Unternehmen, wie zum Beispiel die Jenoptik Bioinstruments GmbH, im nächsten Jahr überdurchschnittliche Wachstums- und Ergebnissteigerungen bringen.

Mit der Neuausrichtung der Deutschen Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (DEWB) als Risikokapitalpartner für junge innovative Unternehmen würden weitere Ertragspotentiale aufgebaut. Er kündigte an, daß die Jenoptik AG wie beim Börsengang angekündigt für das Geschäftsjahr 1998 erstmalig eine Dividende an ihre Aktionäre ausschüttet.

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