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„Jenoptik bietet einem die Möglichkeit, etwas zu machen, auf das man auch stolz sein kann.“

Dr. Tim Baldsiefen geht für Jenoptik nach Asien. Er wird dort als Entwicklungsleiter eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung für anspruchsvolle optische Systeme aufbauen. 

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Bereich: Light & Optics
Position: Entwickler, Leiter der Kompetenzgruppe Optikdesign
Angestellt bei Jenoptik seit:
2012

Was haben Sie vor Ihrer Anstellung bei Jenoptik gemacht?

Ich war am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle angestellt. Da habe ich meine Promotion in theoretischer Quantenphysik beendet und als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet.

Wie sind Sie dann zu Jenoptik gekommen?

Der akademische Arbeitsbereich ist mir mit der Zeit etwas zu einseitig geworden. Ich wollte vielseitiger, mit Menschen aus verschiedenen Bereichen arbeiten und auch echte Ergebnisse und Produkte erzeugen können. Ich habe mich dann bei Jenoptik als Optikdesigner beworben und wurde auch gleich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Dabei haben mich die hohe Kompetenz sowie die natürliche, bodenständige Art der Kollegen beeindruckt. Wie sich später bewahrheiten sollte, besteht auf der Entwicklerebene bei Jenoptik ein hohes Maß an Anspruch, Kollegialität und Identifikation mit der Arbeit.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Arbeit?

Die Aufgaben eines Optikdesigners haben einen hohen analytischen Anspruch und besitzen eine gewisse Klarheit. Damit meine ich, dass kein Optikdesign schön geredet werden kann. Das ist Physik und funktioniert oder funktioniert nicht. Dazu sind wir hier eine Gruppe mit hohem Qualitätsanspruch, hervorragender Teamarbeit und klaren Zielen. Mir macht es auch besonders Spaß mit Kollegen aus anderen Bereichen zusammen zu arbeiten. Und mir gefällt, dass man auch etwas bewegen, beziehungsweise neue Kompetenzen für das ganze Unternehmen schaffen kann. Das ist mein Antrieb.

Herr Baldsiefen, Sie gehen demnächst nach Asien, wohin genau?

Ich gehe nach Shanghai.

Weshalb gehen Sie für Jenoptik nach Shanghai?

In China wollen wir eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung für anspruchsvolle optische Systeme aufbauen und meine Aufgabe wird die des Entwicklungsleiters sein.

Was genau bedeutet diese Aufgabe?

Jenoptik hat durch den Vorstandvorsitzenden Stefan Traeger eine neue Strategie ausgerufen: „More Innovation“, „More International“, „More Focus“. In diesem Sinne ist es unser Ziel, dass die Abteilung in Shanghai in ein paar Jahren eine eigenständige Firma ist, wie beispielsweise die Jenoptik-Standorte in Florida und Alabama. Wir müssen vor Ort Kompetenzen aufbauen und vor allem auch dafür sorgen, dass diese dort gehalten werden können. Das schaffen wir am besten durch stetiges Wachstum, sowohl im Umsatz als auch in der Kompetenz und im Anspruch. Wir werden also Personal anstellen und ausbilden, Infrastruktur aufbauen, Partnerschaften entwickeln, ein Lieferantennetzwerk schaffen und dann natürlich auch die Prozesse möglichst effizient gestalten. Zudem werden wir auch recht zügig in die Produktentwicklung einsteigen. Da wir aber fast bei Null starten, wird dies nur in Zusammenarbeit mit anderen Jenoptik-Bereichen zu bewältigen sein.

Wie ist die Idee für das Vorhaben entstanden?

Als Systemingenieur im Lasermaterialbearbeitungsbereich und technischer Produktverantwortlicher bin ich schon öfter in Asien gewesen. Und als ich im Frühjahr 2018 mit einem chinesischen Vertriebskollegen in Shanghai bei einem Reiswein zusammen saß, ist die Idee entstanden. Wir hatten beide das Gefühl, dass wir noch sehr viel mehr in China bewegen könnten. Der Markt in China entwickelt sich zugunsten von Jenoptik, da einerseits die technologischen Anforderungen an die optischen Systeme steigen, aber auch die Kunden zunehmend bereit sind, für diese Qualität zu bezahlen. Doch für einen starken und effektiven Marktzugang ist eine Forschungs- und Entwicklungskompetenz vor Ort notwendig. Diese Aufgabe erschien mir reizvoll. Zurück in Deutschland habe ich dann konzipiert und durchgerechnet, was das genau bedeuten würde. Herr Kuschnereit, Leiter der Sparte Light & Optics, hat die Idee unterstützt und in den Umstrukturierungsprozess von Jenoptik aufgenommen. Aus dem ursprünglichen Vorschlag, eine spezielle Kompetenz auf einem beschränkten Produktbereich aufzubauen, wuchs schließlich der Entschluss, eine komplette Forschungs- und Entwicklungsabteilung „Semiconductor & Advanced Manufacturing" in Shanghai aufzubauen.

Wie lange werden Sie in Asien sein?

Der Vertrag gilt zunächst für zwei Jahre. Ich würde aber auch gern länger bleiben. Ich denke auch nicht, dass die Aufgaben innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein werden. Forschung und Entwicklung ist der Kern der optischen Technologie. Wenn man da langfristig gut sein möchte, braucht es mindestens fünf Jahre.

Mit wem werden Sie zusammen arbeiten?

Am Jenoptik-Standort Shanghai arbeiten etwa 100 Kollegen aus verschiedenen Sparten und Bereichen. Ich denke ganzheitlich, schließlich arbeiten wir alle bei Jenoptik und sollten die Möglichkeit für eine souveräne, effektive und effiziente Zusammenarbeit nutzen. Wir werden aber auch weitere Mitarbeiter einstellen, die ich dann für die speziellen Anforderungen in der Optiksystementwicklung aus- und weiterbilden werde.

Was wird das Erste sein, das Sie tun, wenn Sie in Asien ankommen?

Dienstlich werde ich zunächst einen neuen Kollegen in seiner Ausbildung betreuen. Dann werde ich gemeinsam mit dem Team Schlüsselkunden und Partner besuchen, um ein neues Produkt zu definieren.

Wie bereiten Sie sich persönlich auf die Reise vor?

Ich bekomme 13 Impfungen und lerne chinesisch. Außerdem bin ich ja nicht zum ersten Mal in Asien. Meinen möglichen Arbeitsweg bin ich beim letzten Besuch schon mit der U-Bahn abgefahren, ich habe in Supermärkten eingekauft und habe Taxis benutzt. Das wird funktionieren. Dort leben schließlich 25 Millionen Menschen und die kommen auch klar.

Welchen Rat haben Sie an künftige Mitarbeiter von Jenoptik?

Wir sind ein Hightech-Unternehmen und wenn wir hier genau das machen würden, was alle anderen auch machen, wären wir nicht besser als diese. Ich meine damit, dass neben höchster Fachkompetenz auch Individualismus, Heterogenität und in gewissem Sinne auch Spannung erst sehr gute Qualität ermöglichen. Man arbeitet mit vielen kompetenten Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Oft gibt es unterschiedliche Meinungen, womit man umgehen können muss. Wichtig ist, dass das Wissen kombiniert wird und die Arbeit Freude macht. Jenoptik bietet einem die Möglichkeit, etwas zu machen, auf das man auch stolz sein kann.