Drallmessung

Die Drallmessung ist entscheidend bei der Qualitätskontrolle von wellenförmigen Werkstücken, um die Dichtfunktion zwischen Welle und Dichtring zu gewährleisten.

Beim Bearbeitungsprozess von Werkstücken entstehen sogenannte Drall-Strukturen. Das sind periodisch verlaufende Oberflächenausprägungen an rotationssymmetrischen Oberflächen – und zwar an der Kontaktzone der Welle zur Dichtlippe. Dadurch wird die Dichtfunktion zwischen Welle und Dichtring beeinträchtigt. Je nach Ausprägung und Entstehung unterscheidet man zwischen Makro- und Mikrodrall. Die Systeme zur Form- und Rauheitsmessung von Jenoptik setzen Sie optional zur Drallmessung ein.

Unsere Messsysteme ermitteln nicht nur normgerechte Messdaten zu Rauheit und Form. Formmessgeräte können mit einem Rauheitstaster aufgerüstet werden, sodass sie dreidimensionale Drallstrukturen erfassen. Bei den Rauheitsmesssystemen ist eine Rotationseinrichtung erforderlich. So lassen sich wichtige Werte auf der Basis bestimmter Drallkenngrößen berechnen. Die Drallmesstechnik von Jenoptik erfüllt die Kriterien der Mercedes-Benz-Norm MBN 31 007-7 in der überarbeiteten Version von 2009.

 

Drallschnellmessverfahren TwistLive®

Der TwistLive®-Drallschnelltest basiert ebenfalls auf der Daimler-Norm MBN 31 007-7. Er beinhaltet ein speziell entwickeltes Auswerteverfahren, bei dem die Messzeiten um bis zu 75 Prozent verkürzt sind. Damit sparen Sie Zeit und Ressourcen. Noch während des Messvorgangs ist eine Ergebnisprognose der Drallkenngrößen in Echtzeit möglich.

 

Dichtheitsrelevante Drallkenngrößen

Dralltiefe Dt [µm]

Maximales vertikales Maß zwischen Wellenberg und Wellental der berechneten Dralloberfläche.

Gängigkeit DG
Anzahl der Perioden in Umfangsrichtung bezogen auf 360°.

Theoretischer Förderquerschnitt DF [µm²]
Querschnittsfläche einer Periodenlänge in einem Axialschnitt der Dralloberfläche.

Theoretischer Förderquerschnitt DF/Umdrehung DFu [µm²/U]
Querschnittsfläche einer Periodenlänge in einem Axialschnitt der Dralloberfläche, multipliziert mit der Gängigkeit.

Periodenlänge DP [mm]
Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wellenbergen oder Wellentälern in axialer Richtung.

Prozentuale Auflagelänge DLu [%]
Maß für die theoretische Umschließung der Wellenoberfläche in Umfangsrichtung durch die Dichtlippenauflage im Verhältnis zum Gesamtumfang. Die Berechnung erfolgt in einer Schnitttiefe entsprechend des Materialanteils der Dralloberfläche von 80 Prozent.

Drallwinkel Dγ [°]
Winkel zwischen der Umfangsrichtung und einer Drallstruktur. Der Winkel ist rechtsgängig (Vorzeichen +), wenn die Strukturrichtung von rechts unten nach links oben verläuft. Der Winkel ist linksgängig (Vorzeichen -), wenn die Strukturrichtung von links unten nach rechts oben verläuft.