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Von Jupiter zum Mars

Eine Reise in den Weltraum bedeutet, sich Herausforderungen zu stellen, um Neues zu entdecken und sich dabei weiterzuentwickeln

In den vergangenen drei Jahren drehte sich an unserem Standort in Jupiter, Florida, vieles um das Thema Weltraum. Und das nicht nur, weil diese Stadt den Namen eines Planeten trägt, sondern vor allem, weil die amerikanische Weltraumbehörde NASA die Landung auf dem Mars plant. Und genau für diese Reise ins All benötigte das Forschungs- und Entwicklungszentrum Jet Propulsion Laboratory (JPL) ein Team für die Entwicklung von speziellen Objektiven.

Wir haben diese Herausforderung angenommen! Unsere Optik-Spezialisten stellten sich den hohen Anforderungen, die Raumfahrtprojekte mit sich bringen. Rund 20 Ingenieure begleiteten das besondere Raumfahrtprojekt vom Anfang bis hin zur Auslieferung. Insgesamt wirkten über 100 Mitarbeiter auf die eine oder andere Weise an dem Projekt mit.

Der konkrete Auftrag für uns lautete, Objektive für den Mars-Rover zu fertigen, die in Verbindung mit den technischen Kameras verwendet werden und deshalb entscheidend für die neue Mars-Mission sind. Die größten Herausforderungen für uns: Schutz vor Verunreinigung der Objektive und die Beständigkeit bei der extremen Kälte von minus 135 Grad Celsius im All.

Wie bei allen Raumfahrtprojekten war zusätzlich das Gewicht ausschlaggebend, das so gering wie möglich sein muss. Dank langjähriger Erfahrung in Engineering und Fertigung konnten alle Anforderungen erfüllt werden. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir uns dieser technischen Herausforderung gestellt und die umfassenden Tests gemeistert haben“, so Jay Kumler, Präsident der Jenoptik Optical Systems in Nordamerika.

Vom Mars zu Jupiter

Insgesamt wurde der Mars-Rover mit 28 unserer Objektiven ausgestattet. Damit er sich auf dem Planeten völlig autonom bewegen kann, wurden drei verschiedene Typen von Jenoptik-Objektiven in den Roboter integriert: Navigationsobjektive („NavCams“), „HazCams“ und „CacheCams“.

Dank der Navigationsobjektive behält das Mars-Fahrzeug die Orientierung, wenn es die bislang unbekannte Welt erkundet. Mithilfe sogenannter „HazCams“ können Hindernisse frühzeitig erkannt und Gefahren vermieden werden. Damit sieht die NASA ebenso die Bewegungen des Roboterarms während der Entnahme von Proben. Die Sammlung von Gesteins- und Bodenproben von der Marsoberfläche wird mit Cache-Objektiven („CacheCams“) kontrolliert.

Aufgrund der Nähe der Kamera zu den gesammelten Mars-Proben waren die Reinheitsanforderungen an unsere Objektive extrem hoch. Daher fertigte unser Team alle drei Objektivtypen in einem Reinraum der Klasse 5, der mit modernster Filtertechnologie für hochpräzise optische Baugruppen ausgestattet ist. Nur so können mögliche Kontaminationen und Fehlmessungen der Proben vermieden werden.

Anforderungen gemeistert

Die Auslieferung der Objektive begann im Frühjahr 2019. Im Juli 2019 wurden sie vom JPL-Flugsystemteam in den Mars Rover integriert.

Bereits 2020 wird die Marssonde auf ihre Weltraumreise geschickt und schon im Frühjahr 2021 erwarten wir die ersten Bilder vom Mars bei uns auf der Erde – und natürlich auch bei unserem Team in Jupiter.

Wir fühlen uns geehrt, Teil der Mars-Mission 2020 zu sein.

Jay Kumler, Präsident der Jenoptik Optical Systems in Nordamerika