Bundessieg für Thüringen: Ben Waldmann gewinnt bei Jugend forscht 2026
Die JENOPTIK AG und die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen gratulieren Ben Waldmann aus Elsterberg herzlich zum Bundessieg beim 61. Bundeswettbewerb Jugend forscht. Der 17-jährige Schüler des Ulf-Merbold-Gymnasiums Greiz und Nachwuchsforscher am Schülerforschungszentrum Greiz gewann den 1. Preis im Fachgebiet Physik und wurde darüber hinaus mit mehreren Sonderpreisen ausgezeichnet.
In seinem Bundessiegerprojekt „HaloGenesis – Über die Rolle von Axionen im frühen Universum“ widmete sich Ben Waldmann einer der grundlegenden Fragen der modernen Kosmologie: der Rolle der Dunklen Materie bei der Entstehung der ersten Sterne. Hierfür entwickelte er ein eigenes Simulationsmodell, mit dem er untersuchte, wie sogenannte Axion-Sterne durch ihre Gravitation Gas verdichten und dadurch möglicherweise die frühe Sternentstehung beeinflusst haben könnten. Die Jury würdigte insbesondere die fachliche Tiefe, die Eigenständigkeit sowie den innovativen Umgang mit komplexen physikalischen Modellen.
Das Urteil der Jury: „Die Jury beeindruckte, wie selbständig Ben Waldmann ein hochaktuelles Forschungsgebiet erweiterte. In seiner Simulation des komplexen Systems aus Schrödinger- und Poisson-Gleichung sowie Hydrodynamik nutzte er clever aus, dass sich Axionfeld und baryonisches Gas zeitlich entkoppeln lassen. Er prüfte systematisch mögliche Fehlerquellen. Damit konnte er die frühe Entstehung der ersten Sterne erklären.“
Auch mit seinem Technikprojekt „SORS – Segmented Optimized Rotor Simulation“ überzeugte Ben Waldmann die Fachjurys. Er entwickelte ein segmentbasiertes Steuerungs- und Simulationskonzept für Kleinwindanlagen, das Rotorblätter auf lokale Umweltbedingungen anpasst. An einem Prototyp konnte die Stromausbeute im Versuch um 18 % gesteigert werden.
„Wir gratulieren Ben Waldmann zu diesem außergewöhnlichen Erfolg. Sein Bundessieg ist eine herausragende wissenschaftliche Leistung und zugleich ein starkes Zeichen für die Innovationskraft und den exzellenten Forschungsnachwuchs in Thüringen“, sagt Dr. Sven Günther, Vorstand der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen.
„Ben Waldmann zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in jungen Talenten steckt – aus ihrer Neugier, ihrem Forschergeist und ihrer Kreativität entstehen die Innovationen von morgen“, sagt Adrian König, Leiter des Innovationsmanagements von Jenoptik.
Der Erfolg ist in erster Linie das Verdienst von Ben Waldmann selbst, der mit außergewöhnlichem Engagement, wissenschaftlicher Präzision und großer Ausdauer über Monate hinweg an seinen Projekten gearbeitet hat. Gleichzeitig ist dieser Bundessieg auch eine Anerkennung für das starke Unterstützungs-Netzwerk in Thüringen. Besonderer Dank gilt den Schülerforschungszentren Greiz und Erfurt sowie denjenigen, die Ben Waldmann in den letzten Monaten mit fachlicher und technischer Unterstützung auf dem Weg zum Bundeswettbewerb begleitet haben.
Für Thüringen ist der Bundessieg ein herausragender Erfolg. Mit dem Gewinn auf Bundesebene und mehreren Sonderpreisen gehört Ben Waldmann zu den erfolgreichsten Teilnehmenden des diesjährigen Bundeswettbewerbs und macht sichtbar, welches Potenzial in der Thüringer Talentförderung und steckt. Jugend forscht wird in Thüringen von vielen regionalen Partnern getragen. Der Landeswettbewerb wird von den Pateninstitutionen Jenoptik und der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen ermöglicht.
Ein Dank gilt darüber hinaus allen anderen Thüringer Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Bundesfinales. Bereits die Qualifikation für den Bundeswettbewerb zählt deutschlandweit zu den größten Erfolgen im Nachwuchswettbewerb. Mit ihren Projekten haben die Thüringer Finalistinnen und Finalisten eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich mit den besten jungen Forscherinnen und Forschern Deutschlands messen können.
Preisübersicht
Projekt: STABILE ZENTREN | HaloGenesis – Über die Rolle von Axionen im frühen Universum
- Bundessieg – 1. Preis | 2.500 € Max-Planck-Gesellschaft
- Sonderpreis – Forschungsaufenthalt am CERN in der Schweiz Wilhelm
- Else Heraeus-Stiftung Preis für eine Arbeit auf dem Gebiet der Physik zur Quantenverschränkung | 1.500 € QuantumLeaks-Stiftung
Projekt: SOFTWARE OPTIMIERT WINDANLAGEN | SORS – Segmented Optimized Rotor Simulation
- Preis für eine Arbeit zum Thema „Energie“ | 1.500 € Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche
Zum Bundeswettbewerb Jugend forscht
Der 61. Bundeswettbewerb Jugend forscht fand 2026 vom 28. bis 31. Mai in Herzogenaurach statt. An der Veranstaltung nehmen alle Jungforscherinnen und Jungforscher teil, die bei einem der Landeswettbewerbe von Jugend forscht den ersten Preis gewonnen haben. Beim Finale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb, das jedes Jahr im Mai stattfindet, messen sich die Besten des Landes in den sieben Jugend forscht-Fachgebieten.
Mehr über Ben Waldmanns Projekte lesen Sie im Beitrag der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen: Jugend forscht mal drei
Bild: Ben Waldmann bei der Preisverleihung im Bundeswettbewerb Jugend forscht mit Prof. Dr. Claudia Felser von der Max-Planck-Gesellschaft. ©Stiftung Jugend forscht e. V.